"ungeschminkt"

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Veränderte Umstände erfordern veränderte Handlungsweisen! Aus diesem Grund hat sich der KOV entschlossen, regelmäßig in der Serie "ungeschminkt" zu aktuellen Entwicklungen Stellung zu nehmen und über konkrete Fälle zu berichten. Unangenehme (und oft erschreckende) Tatsachen müssen für alle sichtbar gemacht werden, ganz besonders soll der schon weit fortgeschrittene Rechtsbankrott öffentlich dokumentiert werden. [Weiterlesen...]

Banken in die Schranken! Gemeinsam für ein gerechte Geldordnung

 

Finanzminister
Dr. Hansjörg Schelling
Johannesgasse 5
1010 Wien

Wien, 17.01.2017

O F F E N E R   B R I E F

 

Betrifft: Verhöhnung der österreichischen Bevölkerung


Sehr geehrter Herr Finanzminister Dr. Schelling!

Im Schreiben vom 09.12.2016 hat sich ein Mitglied des KOV Kreditopfervereins an Sie persönlich gewandt, um primär auf das Thema Giralgeldschöpfung (umgangssprachlich oft als „Geld aus dem Nichts“ bezeichnet) hinzuweisen und zu informieren. Wir weisen in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass durch die empirische Studie „Can banks individually create money out of nothing? – The theories and the empirical evidence“ von Prof. Dr. Richard Werner wissenschaftlich erwiesen ist, dass Geschäftsbanken per Kreditvergabe einfach Geld „aus dem Nichts“ schaffen. Wer die Tatsache der Giralgeldschöpfung durch die Geschäftsbanken leugnet, drückt nur aus, dass er auf dem erschreckenden intellektuellen Niveau unseres Notenbankchefs angekommen ist, der allen Ernstes der österreichischen Bevölkerung folgende Behauptung zumutete: „Die Giral- oder Buchgeldschöpfung durch Geschäftsbanken beruht darauf, dass Banken die ihnen zufließenden Einlagen zur Kreditgewährung verwenden.“ (Nowotny, 2010 zitiert aus: Binswanger, Geld aus dem Nichts, S. 13).

Bedenklich ist zudem der Umstand, dass nicht Sie, sondern ein gewisser Herr Mag. Johannes Pasquali, mit Schreiben vom 10.01.2017 (GZ. BMF-240101/2337-I/8/2016) wie folgt geantwortet hat:
Ihre Meinung ist für uns besonders wichtig, weil wir konstruktive Anregungen sehr ernst nehmen. Nur durch die ehrliche Meinung der Bürgerinnen und Bürger können wir unsere Arbeit auch in Zukunft weiter verbessern. Dazu braucht es auch Menschen wie Sie in der Bevölkerung, die bereit sind sich aktiv einzubringen. Gerne haben wir Ihre interessanten Ausführungen an die in Frage kommenden Experten im Hause weitergeleitet, damit sie bei künftigen Fachgesprächen als mögliche Impulsgeber in die Diskussionsprozesse miteinbezogen werden können.
 
Herr Finanzminister, erwarten Sie wirklich, dass irgend ein Mensch mit gesundem Verstand diese leeren Floskeln ernst nimmt? Meinen Sie nicht, dass es endlich an der Zeit ist aufzuhören, die Bevölkerung zu verhöhnen?
Ihre jüngst geäußerten Ideen zur Budgetpolitik haben vor allem eines zum Inhalt: Kürzungen auf Kosten der ehrlichen arbeitenden Bevölkerung. Sie sollten sich schämen, der Bevölkerung weitere Belastungen zuzumuten! Ihre Kürzungsvorschläge zeigen nur allzu deutlich, dass Ihre Experten in keiner Weise die Tatsache der Giralgeldschöpfung berücksichtigt haben.
Aufgrund der jüngsten Kürzungsideen drängen sich folgende entlarvende Überlegungen auf:

  • Die politischen Vertreter und die Experten verstehen die Geldschöpfung nicht. Damit sind sie intellektuell ungeeignet.
  • Die politischen Vertreter und die Experten verstehen die Geldschöpfung, beschließen aber dennoch Maßnahmen, welche die ehrlich arbeitende Bevölkerung skrupellos auspressen. Damit sind die politischen Vertreter und die Experten offenbar kriminell.

Letztendlich ist es völlig nebensächlich, aus welchen Gründen den Geschäftsbanken die Giralgeldschöpfung überlassen wird (über die im Sinne einer Tauschwertstabilität eigentlich der Souverän zu befinden hätte). Die Konsequenz ist nämlich immer dieselbe: Die politischen Vertreter und die Experten sind mit sofortiger Wirkung aus ihren Positionen zu entfernen, da sie breite Bevölkerungsschichten massiv schädigen!
Wir halten hier auch fest, dass Sie, als ehemaliger Aufsichtsrat der ÖVAG ganz genau wissen, dass die aus der betriebenen Giralgeldschöpfung entstehenden Probleme durch Buchungssätze in Anlehnung an die Vorschläge von Prof. Dr. Franz Hörmann beseitigt werden können. Es ist uns bekannt, dass dies bereits innerhalb des Bankensektors praktiziert wird, aber bedauerlicherweise nicht zum Nutzen der österreichischen Bevölkerung!

Fragen:

  • Was ist das Ziel Ihrer Budgetpolitik, Herr Finanzminister? Das wirtschaftliche Aushungern und eine Enteignung breiter Bevölkerungsschichten sowie eine Zerstörung Österreichs? Ein anderes Ziel ist bedauerlicherweise momentan nicht erkennbar!
  • Warum überlässt der Staat die Geldschöpfung privaten Geschäftsbanken? Als Gesetzgeber ist es dem Nationalrat ein Leichtes, gesetzlich festzulegen, dass nicht mehr private, intransparente – und oftmals kriminelle – Banken Giralgeld schöpfen, sondern nur der Staat selbst – im öffentlichen Interesse und nach transparenten Regeln. Nehmen Sie dazu konkret Stellung!
  • Wer sind die „in Frage kommenden Experten“ (nach dem obig zitierten Schreiben des BMF), die Ihre Budgetpolitik mitverbrochen haben? Nennen Sie diese Experten namentlich, damit wir ihnen die notwendigste Bildung angedeihen lassen können!

Der guten Ordnung wegen erinnern wir daran, dass es als Minister Ihre Aufgabe ist, der österreichischen Bevölkerung zu dienen. Wir fordern Sie auf, diesen Dienst zu erfüllen, indem Sie die gestellten Fragen fundiert beantworten.  Beachten Sie, dass wir uns direkt an Sie gewandt haben, weil wir ausdrücklich von Ihnen persönlich eine Rückäußerung wünschen! Würden wir Äußerungen von anderen Mitarbeitern des Finanzministeriums wünschen, hätten wir diese – und nicht Sie – angeschrieben.

Als Termin für Ihre Rückäußerung merken wir uns den 31.01.2017 vor!

 

Mit besten Grüßen,

das Team des KOV Kreditopfervereins


Dieser offene Brief erging auch an alle Nationalratsabgeordneten, zusätzlich erging an die Vorstände aller Parteien eine Aufforderung zur Stellungnahme.

Sie können diesen offenen Brief hier als PDF-Dokument herunterladen.

Eine freie deutsche Übersetzung der Studie von Prof. Dr. Richard Werner finden Sie hier: „Können einzelne Banken Geld aus dem Nichts schaffen? – Die Theorien und der empirische Beweis

 

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